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Do It Yourself-Auszeichnung Wohnformen

Guter Sound, entspannte Nachbarn

Entsprechend dem Motto von Herbert Grönemeyer mag Jannik Villaverde Musik, „wenn sie laut ist“. Jannik spielt Gitarre in einer Metal-Band und sorgt zudem als Tontechniker für guten Sound – beim Fußball und auf großen Festivals. Damit die Riffs auch Zuhause perfekt klingen und die Nachbarn nicht meckern, hat sich der 23-Jährige in seiner WG in Hannover ein Schallschutz Musikzimmer gebaut. Wir besprechen mit Jannik, wie er mit einfachen Materialien aus dem Baumarkt seine musikalischen Träume in den eignen vier Wänden leben kann.

4 min Lesezeit

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Janniks WG-Zimmer ist ein Albtraum. Zumindest für Sound-Fans. Hohe Decken, abgehängt mit Rigips-Platten, eine große Fensterfront. Selbst mit teuren Boxen klingt Musik hier nicht so, wie sie klingen soll, sondern eher dumpf und hallig. Jannik wusste: Ich muss was tun. Denn der Musikfan wollte Zuhause Musik produzieren und Demos für seine Band aufnehmen. Also ging er in den Baumarkt und begann sein DIY-Projekt: ein Akustik-Musikzimmer.

Jannik ist für die Ausbildung zum Tontechniker aus Cuxhaven nach Hannover gezogen. Im Sommer wurde er von der großen Produktionsfirma TVN übernommen. Oft ist er nun für Fußballübertragungen unterwegs, sorgt in einem der Produktions-LKW vor dem Stadion dafür, dass die Atmosphäre aus der Arena in den Wohnzimmern landet. Jannik begleitet aber auch Konzerte und Festivals. Sein Traum: Beim nächsten „Rock am Ring“ den perfekten Ton für den Auftritt der Metal-Band Architects abzuliefern.

Schallschutz Musikzimmer

Steinwolle, Holz, Stoff: Akustik Absorber selber bauen - so einfach geht's

Seine eigene Band First and Foremost nutzt die coronabedingte Konzertflaute, um an der eigenen Musik zu arbeiten. Im DIY-Musikzimmer will er sich „noch mehr in die Produktion der Musik reinfuchsen“, wie Jannik sagt. Also, ab in den Baumarkt. In den Einkaufswagen legte Jannik für sein Schallschutz-Musikzimmer: Tacker, Schrauben, Schalbretter und 8 Zentimeter dicke Steinwolle.

Am Sweetspot soll die Musik am besten klingen

Als Tontechniker weiß Jannik, was für guten Klang wichtig ist. Er suchte sich den Sweet Spot, den Platz, an dem die Musik am besten klingen soll und legte mit dem Projekt "Schallschutz-Musikzimmer" los. Das Zauberwort heißt: Absorber. Die sorgen dafür, Schall in einem bestimmten Frequenzbereich zu schlucken. Das schont die Nachbarn und sorgt für ein klareres Klangerlebnis. Absorber gibt es als fertige Elemente zu kaufen. Aber Jannik hatte nach den ersten Gedanken an das Musikzimmer der Ehrgeiz gepackt, den Akustik Absorber selber zu bauen, auch weil er mit Kolleg:innen über seine Ideen gesprochen hat. Als erstes baute Jannik vier Akustik-Absorber. Die muss man sich als tiefe Bilderrahmen aus Holz vorstellen, gefüllt mit Steinwolle, die eigentlich zur Dämmung von Dachböden benutzt wird. Bespannt hat Jannik die Rahmen mit durchlässigem Stoff, den er auf das Holz tackert. Jannik mag den beigen Ton der italienischen Baumwolle. „Die hat den Preis aber ganz schön in die Höhe getrieben“, sagt er und lacht.

Fehlt nur noch: Der Akustik Absorber

Diese vier Elemente haben den Klang schon ordentlich aufgeklart. Das größte Element für sein Schallschutz-Musikzimmer hat Jannik mit Hilfe von Freunden über dem Schreibtisch aufgehängt. Einen Akustik Absorber selber zu bauen, war der nächste Schritt für das ideale Musikzimmer. „Das schafft den ehrlichsten Klang“, beschreibt Jannik das Ergebnis. Um die Akustik weiter zu verbessern könnte man noch eine Bassfalle selber bauen, die die tiefen Frequenzen absorbiert und damit für einen klareren Sound der Hochtöne sorgt.

Ganz fertig ist das Schallschutz-Musikzimmer aber noch nicht. Jannik will mit schweren Vorhängen vor den Fenstern den Sound noch verbessern. Theoretisch könnte man auch einen Akustik Diffusor selber bauen. Ein Element, dass den Schall noch besser im Raum zerstreuen soll. Aber was Jannik bislang schon alles erreicht hat, macht ihn zufrieden und auch ein wenig stolz.

Als das Schallschutz-Musikzimmer fertig war, setzte sich Jannik an seinen Schreibtisch und drehte auf: "Swim beneath my Skin“ von Counterparts kommt aus den neuen Boxen, satter, klarer Klang des Metal-Stücks.

Guter Sound für wenig Geld

- und jede Menge Spaß beim Bauen

„Wenn ich die Elemente alle gekauft hätte, wären das sicher 2000 Euro gewesen“, schätzt Jannik. Sein DIY-Projekt hat bisher 320 Euro gekostet. Der Spaß als Musik-Fan, Stück für Stück den Sound im eigenen Zimmer zu optimieren, ist ohnehin unbezahlbar.

Wenn auch du ein Schallschutz-Musikzimmer oder einzelne Akustikelemente selber bauen möchtest, findest du hier ein passendes Tutorial.


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