Kühle Luft für heiße Tage: So findest du die richtige Klimaanlage Wohnformen

7 min Lesezeit

Helene Kilb (Textkonfekt) • Juli 2021

Klimaanlagen sind schlecht für die Umwelt und die Gesundheit – das stimmt heutzutage nur noch bedingt. Allerdings fällt es schwer, bei der ausufernden Vielfalt den Überblick zu behalten. Wir zeigen, welche Gerätetypen es gibt und worauf du beim Kauf achten solltest.

Manche mögen's heiß - die meisten aber lieber angenehm temperiert

Wer in einem Haus mit bodentiefen Fenstern, großen Glasfronten oder einem schlecht isolierten Dachgeschoss lebt, kennt das Problem: Im Sommer heizen sich die Räume stark auf, sodass die Bewohner:innen dort schnell ins Schwitzen geraten. Und das ist längst nicht alles. So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass Hitze nicht nur unangenehm ist, sondern darüber hinaus krank macht. Die Wohlfühltemperatur für Menschen – wie im Übrigen auch für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten – liegt nämlich zwischen 17 und 24 Grad, hat der Forscher Senthold Asseng herausgefunden, der als Professor für Digital Agriculture an der Technischen Universität München arbeitet.

Verharren die Temperaturen für längere Zeit über dieser Schwelle, führt das bei vielen Menschen zu hitzebedingtem Stress. Die Blutgefäße erweitern sich und das Herz pumpt stärker, gleichzeitig sinkt der Blutdruck, sodass die Hitze im schlimmsten Fall zu Schwindel und Benommenheit führt.

Eine mobile Klimaanlage für Schlafzimmer, Homeoffice und Co.

Die Lösung, um viel genutzte Räume schön kühl zu halten, liegt auf der Hand: eine Klimaanlage. Hierbei stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Auswahl. Eine mobile Klimaanlage, auch Monoblock genannt, kommt überall dort zum Einsatz, wo sie gerade gebraucht wird. Sie funktioniert ähnlich wie jedes andere Elektrogerät: Stecker in die Steckdose schieben, einschalten, fertig. Neben ihrer Flexibilität und der einfachen Handhabe haben die mobilen Geräte den Vorteil, dass sie in der Anschaffung recht günstig sind.

Die Betriebskosten sind jedoch meist höher als bei einem fest verbauten Modell, zumal mobile Klimaanlagen im Schnitt weniger Kühlleistung bringen. Außerdem haben diese einen Schlauch, der die Abluft nach draußen befördert. Damit dafür nicht die ganze Zeit das Fenster offenstehen muss, haben viele mobile Geräte eine spezielle Halterung, die sich samt Schlauch ins Fenster einpasst.

Mono- und Multisplit-Klimaanlagen für den Dauereinsatz

Die zweite Variante ist ein Split-Gerät. „Split“ bedeutet so viel wie „geteilt“, was gleich auf den Aufbau einer solchen Klimaanlage hindeutet: Denn sie besteht aus mehreren Komponenten. Bei einer Monosplit- Klimaanlage sind es ein Innen- und ein Außenteil, bei einer Multisplit-Anlage ein Außenteil und für jeden zu kühlenden Raum ein Innenteil. Alle Elemente müssen fest im bzw. am Gebäude installiert werden. Wer selbst kein allzu großes handwerkliches Geschick besitzt, muss daher einen Fachmann beauftragen. Für Klimaanlagen-Fans lohnt sich der Aufwand aber garantiert. Denn ein fest installiertes Modell arbeitet effizienter als ein mobiles, es besticht durch eine unauffälligere Optik, da es keinen Ablaufschlauch hat. Leiser ist zumindest das innenliegende Teil der Split-Klimaanlage meist auch – für das lautere Außenteil sind gut isolierte Fenster und kulante Nachbar:innen von Vorteil. Eine fest verbaute Klimaanlage lässt sich gut in einem Gerät mit einer Wärmepumpe kombinieren, die wiederum im Winter auf umweltfreundliche Weise die Räumlichkeiten heizt. Ein mobiles Gerät eignet sich eher für den gelgentlichen Einsatz, während sich eine SplitK-Klimaanlage für die Dauernutzung anbietet.

Kältemittel als Risiko für die Umwelt

Alle Klimaanlagen – egal, ob Monoblock oder Split-Gerät – funktionieren mithilfe eines Kältemittels. Dieses nimmt die Wärme des jeweiligen Raums auf und wird dadurch gasförmig. Der so entstandene Kältemittel-Dampf steigt in einen Kompressor, der das gasförmige Kältemittel komprimiert und auf diese Weise noch weiter erhitzt. Bei dem Split-Gerät landet das so erhitzte Kältemittel dann im Außengerät, wo es die Wärme an die Umgebungsluft abgibt. Dadurch und durch ein spezielles Ventil wird es wieder flüssig und fließt zurück in das Gerät im Innenraum, wo der Kühlkreislauf von vorne beginnt. Bei einer Mono-Klimaanlage passiert all das ihrem Inneren, die dabei erwärmte Luft gelangt durch den Abluftschlau nach draußen.

Das Problem

Wie das Umweltbundesamt schätzt, ist das Kältemittel bei über 95 Prozent der in Deutschland eingesetzten Klimaanlagen äußerst umweltschädlich. Bei der Montage, der Demontage oder bei einem Leck gelangt es in kleineren oder größeren Dosen in die Umgebung – mit Folgen: Denn herkömmliche Kältemittel beschleunigen den Treibhauseffekt. Wie sehr, zeigt der GWP-Wert, der für „gobal warming potential“ steht. Bei CO2 liegt der besagte Wert bei 1, bei dem laut Umweltbundesamt am häufigsten eingesetzten teilflourierten Kohlenwasserstoff R410A bei 2.088. Als klimafreundlichere Alternative gibt es jedoch R290, Propan, mit einem GWP-Wert von 3 – zumal es laut Umweltbundesamt „auch in Sachen Energieeffizienz die beste Wahl für Raumklimageräte ist“. Allerdings kommt Propan bislang meist nur bei mobilen Klimaanlagen zum Einsatz.

Aircooler als nachhaltige, aber auch weniger wirksame Alternative

Wer nach einer günstigen Klimaanlage sucht, landet oft bei einem weiteren Gerätetyp: dem Aircooler. Kein störender und unschöner Ablaufschlauch, keine feste Installation und keinerlei chemischen Mittel – stattdessen kühle Luft durch einen mit Wasser gefüllten Tank.

Tatsächlich sind Aircooler oder Luftkühler, wie sie auf Deutsch heißen, mehr oder weniger eine Mischung aus Ventilator und Luftbefeuchter. Sie nehmen die warme Luft auf und leiten sie durch ein Wasserdepot. Dort nimmt die Luft Wasser auf. Die Energie, die es braucht, um vom flüssigen in den gasförmigen Zustand zu wechseln, entnimmt der Aircooler, der Luft. Diese kühlt sich dadurch ab, ehe ein Ventilator sie wieder aus dem Gerät hinausbefördert. Die Folge ist kühlere und gleichzeitig feuchtere Luft. Im Idealfall sorgt der Aircooler also gleichzeitig dafür, dass die Schleimhäute nicht austrocknen und Viren und Bakterien besser standhalten.


Wie viel Wirkung dieses Kühlungsprinzip wirklich besitzt, hängt vor allem von der Raumgröße und der Luftfeuchtigkeit ab. Der Wirkkreis eines Verdunstungskühlers ist nämlich eher gering. Und sobald der Punkt erreicht ist, an dem die Luft nicht mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, nützt er nicht mehr viel.

Klimaanlage, Aircooler oder doch nur ein Ventilator?

Augen auf beim Gerätekauf!

Wer nun erwägt, für Abkühlung zu sorgen und nicht so recht weiß, wie, kann mithilfe folgender Punkte eine Entscheidung treffen: Um kleine Räume an wenigen Tagen im Jahr um einige Grad herunterzukühlen, reichen eine mobile Klimaanlage, ein Aircooler oder sogar nur ein Ventilator. Ein schlecht isoliertes Dachgeschoss, in dem es im Sommer ständig unerträglich heiß wird, sollte  besser mit einem Splitgerät ausgestattet werden. Für mehrere Räume rentiert sich der Einbau eines Multisplitgeräts – zudem lohnt es sich hier, über ein Gerät nachzudenken, das zusätzlich mit einer Heizfunktion ausgestattet ist.

Wenn es um ein konkreteres Modell geht, solltest du dir die Mühe machen und vergleichen. Wichtig sind die Kühlleistung, der Stromverbrauch und die Lautstärke des Geräts. Wie umweltfreundlich das jeweilige Modell ist, hängt zum einen vom Kältemittel und seinem GWP-Wert ab, aber auch von seiner Effizienz. Dazu kommen Extras wie die Bedienbarkeit per App oder Sprachsteuerung.

Eine gute Orientierung bilden die Produktanalysen von Stiftung Warentest. Die Endnote setzt sich hier aus verschiedenen Merkmalen mit unterschiedlicher Gewichtung zusammen. Je nachdem, welche Punkte einem persönlich besonders wichtig sind, lohnt daher der Blick auf die Unterpunkte wie Umweltverträglichkeit, Kühlleistung oder Handhabung. Die Suche nach dem perfekten Gerät für die eigenen Bedürfnisse mag recht mühsam erscheinen. Doch spätestens, wenn die neue Errungenschaft die ersehnte Abkühlung bringt, ist klar: Es hat sich gelohnt.


Helene Kilb (Textkonfekt)

Als freiberufliche Redakteurin und Texterin schreibt Helene Kilb am liebsten über alles, was sie selbst begeistert. Das sind einerseits neue Interiortrends und Deko-Ideen, aber andererseits auch Themenbereiche wie Nachhaltigkeit, Familie und die sozialen Medien.


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