Tipps für CO2-sparendes Wohnen Wohnen

6 min Lesezeit

Kai Mertig • Oktober 2019

Der Umwelt zuliebe

Nachhaltiges Leben fängt in den eigenen vier Wänden an. Doch was ist wirklich nötig im Alltag, wo lässt sich CO2 einsparen? Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Denn viele Dinge tun die meisten von uns aus bloßer Gewohnheit. Mit anderen Worten: Weil wir vor allem zuhause einem geregelten Tagesablauf folgen – und das oft schon seit Jahren. Dabei lässt sich Kohlenstoffmonoxid, kurz CO2, recht einfach einsparen. Mit ein wenig Achtsamkeit ist es kein Hexenwerk, energiesparend und klimafreundlich zu wohnen. Wir zeigen euch 10 praktische Tipps, wie ihr ganz nebenbei euren ökologischen Fußabdruck verkleinert – ohne gleich in eine Höhle ohne Strom und fließend Wasser ziehen zu müssen.

Warum ist CO2 überhaupt so schädlich?

Viele von euch haben es schon zu Schulzeiten gehört: CO2 ist so etwas wie der Big Player unter den schwarzen Klimaschafen. Was lange in den Lehrbüchern stand, wird heute sichtbare Realität – und ist ein großes Thema in Gesellschaft und Politik.

Back to the basics: CO2 ist erst einmal ein natürlich vorkommendes Treibhausgas. Wären da nicht wir. Wir Menschen. Besonders die westliche Lebensweise führt seit Jahrzehnten zu einer künstlich beschleunigten, viel zu starken Anreicherung des Gases in der Erdatmosphäre. Darin bleibt es, vereinfacht gesagt, in immer höherer Konzentration enthalten. Das liegt, wissenschaftlich nachweisbar, an unserem verschwenderischen Lebensstil. Die Folge: Eisschollen schmelzen, das Wetter verändert sich, ganze Ökosysteme sind in ihrer Existenz bedroht.

Los geht's: Energie sparen durch Nachhaltigkeit zuhause

Bevor wir den CO2-geförderten Klimawandel jetzt allzu düster und ausweglos zeichnen, richten wir den Blick nach vorn. Hier die gute Nachricht: Ihr könnt selbst und aktiv eure persönliche Emission schädlicher Treibhausgase stark verringern. Handeln zählt!

Logisch, das Thema ist komplex. Denn CO2 wird durch die Verarbeitung und dauerhafte Verwendung vieler handelsüblicher Lebens- und Haushaltsmittel, aber auch durch Elektrogeräte freigesetzt. Hier kann jede und jeder von euch direkt nach dem Lesen dieses Textes beginnen. Irgendwo muss man anfangen.

Die Schnittstelle zu Themen wie Nachhaltigkeit und Minimalismus im Alltag ist eng. Möchtet ihr also wirklich etwas an eurer Lebensweise im Sinne von Umwelt und Klima verändern, solltet ihr euch zunächst fragen: Was brauche ich wirklich im Haus oder in der Wohnung? Wo bin ich bereit, mich zu reduzieren? Auf welche klimaschädlichen Gewohnheiten kann ich verzichten?

Von Küche bis Wohnzimmer: Diese 10 Ideen helfen, weniger CO2 freizusetzen

Wir möchten euch mit praktischen Beispielen veranschaulichen, wie sich ein typischer freier Tag klimafreundlich zuhause gestaltet. Stellt euch vor, es ist Samstag (yay!) und ihr habt ein paar gute Freunde zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. Spielen wir den Tag mit Rücksicht auf euer neues CO2-armes Verhalten in der Wohnung mal durch:

 

 

1

Besser Teatime am Morgen! Bis Kaffeebohnen in eurem nächsten Supermarkt liegen, hat sich die Menge des ausgestoßenen schädlichen Treibhausgases im Vergleich zu Schwarz- oder Mate-Tee vervierfacht.

 

2

Mit der Teetasse im Bett ein klassisches Buch lesen. Es muss nicht der Kindle-Reader sein – der frisst dauerhaft Strom. Ein guter Roman auf Papier funktioniert fast klimaneutral und benötigt kein einziges Update.

3

Benutzt im Badezimmer Hygiene-, Pflege- und Schönheitsartikel wie Stückseife, Deo-Creme und Produkte aus Metalldosen, Gläsern und Pappe. Kauft gezielt Produkte, die unverpackt sind. Das vermindert den Einsatz von Plastik enorm.

4

Nach der Dusche den Föhn Föhn sein lassen: Eine der CO2-intensivsten Geräte im Bad ist der elektrische Haartrockner. Wieso heute nicht mal das Kopfhaar mit dem Handtuch abrubbeln und an der Luft trocknen?

5

Ökologisches Putzen rockt: Natron, Zitronensäure und Essig ersetzen fast die gesamten Chemiekeulen aus der Drogerie. So seid ihr nahezu CO2-neutral unterwegs. Alles wird genauso blitzeblank!

6

Überrascht eure Gäste mit einem vegetarischen Dinner, zum Beispiel einer köstlichen Gemüse-Lasagne mit Auberginen-Scheiben. Schmeckt lecker und kommt ganz ohne den Top-CO2-Sünder Fleisch aus.

7

Saisonale, unverpackte Bio-Lebensmittel verwenden. Wenn ihr einen Balkon habt: Baut Gemüse und Kräuter einfach selbst an. Das spart zusätzliche Transporte.

8

Das Paraffin für Kerzenwachs besteht aus CO2-schädlichem Erdöl. Gedimmte LED-Lichter sind viel ökologischer und bringen genauso romantische Stimmung ins Haus.

9

Gitarre spielen statt Spotify-Songs in Dauerschleife – oder, sehr vintage, Schallplatten auflegen. So bleiben eure modernen energiehungrigen Elektrogeräte den ganzen Abend in der Tasche.

10

Ab in die Spülmaschine: Teller und Besteck von Hand abwaschen verbraucht jede Menge Wasser. Lasst die Arbeit lieber vom automatischen Küchenreiniger machen und lehnt euch mit gutem Gewissen zurück.

Wie viele Treibhausgase ihr in etwa am Ende eines solchen Tages im Vergleich zu eurer bisherigen Lebensweise einspart, könnt ihr wunderbar mit dem CO2-Rechner des Bundesministeriums für Umwelt ermitteln. Dort findet ihr auch Beispielwerte für den Durchschnittsverbrauch in eurem Haushalt.

Ihr seht, es gibt schier unzählige Möglichkeiten, den CO2-Verbrauch in den eigenen vier Wänden zu reduzieren – und auch unsere Tipps können nur einige Anregungen sein. Schaut man etwas genauer auf die Dinge, mit denen man sich umgibt, wächst nicht nur das Bewusstsein für energiesparende Maßnahmen. Man entdeckt vor allem mehr und mehr Chancen für ein nachhaltiger gestaltetes Leben. Welche ihr selbst umsetzen könnt und möchtet, ist natürlich euch überlassen.

Die besten Apps für den Klimaschutz

Gemeinsam können wir etwas bewirken! Mit diesen Apps kann Nachhaltigkeit und Klimaschutz ganz einfach auch Einzug in deinem Alltag halten. Diese Apps tun was Gutes für die Umwelt: 

  • CO2Watch – In Deutschland gibt es ein Strom-Mischmasch aus fossilen und erneuerbaren Energien. Damit du weißt, zu welcher Zeit der Strom mit geringeren CO2-Emissionen aus der Leitung kommt, bietet die App CO2Watch eine hilfreiche 24 Stunden Prognose. So weißt du genau, wann du deinen Wasserkocher oder die Waschmaschine guten Gewissens anschalten kannst und Wasserkraft, Solarstrom und Windenergie genutzt werden.
    Hier App downloaden (iOS). 
  • GreenApes – Gutes tun und dafür belohnt werden: Dieses Prinzip verfolgt die GreenApes-Community. Klick dich durch hilfreiche Ideen zur Umweltschonung, setze sie im Alltag um und sammle dafür „BankoNuts“. Die kannst du beispielsweise beim Car-Sharing Anbieter „Car2Go“ einsetzen.
    Hier App downloaden: GreenApes für iOS oder GreenApes für Android.
  • ReplacePlastic – Mit dieser App kannst du im Supermarkt Produkte scannen, die deiner Meinung nach nicht in Plastik verpackt werden müssten. Der Hersteller erhält daraufhin eine Mitteilung. Nutze deine Stimme und spreche dich ganz leicht gegen Plastikverpackungen aus. 
    Hier die App downloaden: ReplacePlastic für iOS oder ReplacePlastic für Android.   
  • Gläsernes Restaurant – Unsere tägliche Ernährung sorgt für 15 Prozent unserer individuellen Treibhausgas-Emissionen. Die App „Gläsernes Restaurant“ liefert leckere Rezepte und Informationen über regionale, saisonale und biologische Lebensmittel, die dabei helfen, im Alltag und beim Einkauf die Emissionswerte niedrig zu halten. 
    Hier App downloaden: Gläsernes Restaurant für iOS oder Gläsernes Restaurant für Android.     
  • Was die Sonne alles kann – Früh übt sich, wer ein Energie-Sparer werden will: Für den spielerischen Erstkontakt mit dem Umweltschutz, hat der Carlsen-Verlag ein Pixi-App-Buch zum Thema erneuerbare Energie entworfen.
    Hier App downloaden: "Was die Sonne alles kann" für iOS oder "Was die Sonne alles kann" für Android.

Doch CO2- und Energiesparen im Haushalt hat einen tollen Nebeneffekt: In den meisten Fällen schont ihr auch euren Geldbeutel! Und spätestens wenn das der Fall ist, steigt bei den allermeisten die Laune sicher ganz von selbst. Denn wer spart nicht gern einen Extra-Taler für den nächsten Urlaub?


Kai Mertig

Als freier Redakteur und Blogger unterstützt Kai seit 2017 Unternehmen mit Fokus auf nachhaltige Lebensweise im Alltag.


Minimalismus als Wohntrend

3 min

Urban Gardening

8 min

Willst du für mehr Nachhaltigkeit in den eigenen vier Wänden sorgen? Auch kleine Änderungen können eine große Wirkung haben. Modernisiere jetzt dein Zuhause. Deine LBS und die Sparkassen helfen dir dabei. Lass dich jetzt beraten!

Mehr erfahren

Welche Wohnträume auch immer du verwirklichen willst – die LBS Nord und die Sparkassen stehen dir zur Seite.