Wasser sparen im Garten Leben

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zukunftswaende • Mai 2020

7 einfache, aber effektive Profitipps

Wasser ist ein kostbares Gut, ohne dass kein Garten ergrünt und erblüht. Das kann in den Sommermonaten ganz schön ins Geld gehen, wenn man mit wertvollem Leitungswasser gießt. Doch oftmals sind es schon kleine Maßnahmen, die helfen, Wasser zu sparen. Welche? Verraten wir gleich. 

Regenwasser nutzen

Die Nutzung von Regenwasser für den Garten ist in vielerlei Hinsicht nachhaltig. Es spart das Geld, das man ansonsten für Leitungswasser zahlt, es schont Ressourcen, und die Pflanzen lieben das weiche Wasser. Zudem: Bei Starkregenereignissen sammeln Fässer, Regentanks oder im Erdreich verborgene Zisternen zudem jede Menge Wasser, das sonst ungenutzt in die Kanalisation abfließt und diese belasten würde. 

Das Wasser kann man praktisch und mit einfachen Anschlüssen an den Regenwasserfallrohren in Regenwassertanks sammeln, die oftmals auch richtig gut aussehen. Und nicht nur im Neubau lohnt es sich, über den Einbau einer unterirdischen Zisterne nachzudenken. Sie dient, je nach Wunsch, nicht nur für die Gartenbewässerung, sondern kann auch beispielsweise für die Toilettenspülung eingesetzt werden.

1 x hacken ist wie 3 x gießen

Das ist eine wichtige Regel, die noch aus Großmutters Zeiten stammt. Doch, was hat das jetzt mit dem Gießwasserbedarf beziehungsweise dem verringerten Gießaufwand zu tun? 

Nun, wenn man seine Beete nicht betritt, verdichtet sich das Erdreich ohne Bearbeitung irgendwann. Die Erde wird fest und zu einer kompakten Fläche, auf der viel Wasser einfach abläuft. Mit der gelegentlichen Lockerung der Erde, hierzu gibt es verschiedene Werkzeuge wie den Kultivator, verhindert man diesen Effekt und gleichzeitig den Verlust des Gieß- oder Regenwassers. 

Wird der Boden regelmäßig gelockert, vergrößert sich gleichzeitig die Oberfläche, was einen höheren Aufnahmeeffekt hat. Zudem kann durch die Lockerung des Bodens Wasser tiefer ins Erdreich eindringen. Dadurch wurzeln Pflanzen tiefer, und zwar in jene Erdschichten, die nicht so schnell austrocknen. Das wiederum sorgt dafür, dass Bepflanzung weniger empfindlich auf Trockenheit reagiert und insgesamt weniger gegossen muss. Angenehmer Nebeneffekt: Aufkeimender Wildwuchs wird rechtzeitig beseitigt.

Den Boden verbessern

Wer gerade frisch eingezogen ist, einen Garten anlegt oder jahrelang nichts am Erdreich verändert hat, kann jetzt darauf achten, den Boden zu verbessern. Am besten einmal in jedem Frühjahr. Doch, warum macht man das? Gleich welche Erde vorhanden ist, wenn der sogenannte Humusanteil hoch ist, speichert die Erde mehr Wasser. 

Die beste Form von Humus liefert Kompost. Kompost kann aus nicht gekochten Küchenabfällen hergestellt werden, zusammen etwa mit Grün- und Rasenschnitt. Nach nicht mal einem Jahr ist der unter Gärtnern schwarzes Gold genannte Bodenverbesserer fertig und einsatzbereit. Wer keinen Komposter hat, kann das humusreiche Material aber auch kaufen.

Und wie viel trage ich auf? Der Profi empfiehlt, jährlich drei Liter Kompost in den Quadratmeter oberflächlich einzuarbeiten. Das sind etwa zwei Händevoll. Durch die so verbesserte Gartenerde wird der Gießaufwand mit den Jahren reduziert. Fast nebenbei wachsen die Pflanzen mit dem nährstoffreichen Humus bald besser als in Nachbars Garten.

Mulch aufbringen

Mulch nennt man all jene Materialien, die den Boden im Beet bedecken. Das kann der klassische Rindenmulch sein, Hackschnitzel, aber auch Kies – hier ist kein Schottergarten gemeint – oder angetrockneter Rasenschnitt dienen als Mulchmaterial. 

Zunächst lässt er den Raum zwischen den Pflanzen ordentlicher aussehen. Gut, mit Rasenschnitt nicht unbedingt, aber dieser düngt die Beete wie von selbst, da er sehr stickstoffhaltig ist. Generell unterdrückt Mulch Wildwuchs und in exponierten Lagen oder an sehr kalten Wintertagen hält er die Wärme im Erdreich zurück. Für Wassersparer hat Mulch aber noch einen weiteren Effekt: Er lässt Wasser viel langsamer verdunsten. Das spart richtig was ein.

Profitipp: Wer Rindenmulch oder Holzschnitzel auf die Beete gibt, bitte vorher mit Langzeitdünger versorgen, denn bei deren Zersetzung entziehen beide dem Erdreich den für das Pflanzenwachstum wichtigen Stickstoff. Ideal geeignet und rein natürlich sind organische Dünger wie Urgesteinsmehl oder Hornspäne. Einfach gleichmäßig nach Anleitung ausstreuen und dann den Mulch auflegen. 

Mehr Pflanzen setzen und damit Wasser sparen

Vielleicht klingt das jetzt zunächst paradox : Wer viele Pflanzen im Garten setzt,  spart damit Wasser? Richtig! Und der Grund ist einfach. Je mehr Pflanzen das Beet und den ganzen Garten bevölkern, desto weniger Sonnenlicht kommt auf die Erde, und damit wird die Verdunstung reduziert. Die Gärtnerregel sind 5 bis 8 Pflanzen pro Quadratmeter, abhängig von Ursprungsgröße und Wuchsverhalten. 

Wer den einen oder anderen der zuvor genannten Tricks anwendet, muss selbst bei Hitzewellen die üppigste Blütenpracht nicht unbedingt jeden Tag gießen. 

Ein weiterer Nebeneffekt dieser Pflanzmaßnahme: Die Pflanzen verdunsten jede Menge Wasser. Forscher haben belegt, dass ein möglichst dicht bepflanzter Garten im Sommer um bis zu drei Grad kühlere Temperaturen aufweist als einer, der kaum bepflanzt ist.

Richtig gießen

Das richtige Gießen ist dabei fast eine Wissenschaft für sich. Doch keine Sorge, denn es lässt sich ganz einfach erklären. Für die folgenden Maßnahmen sollte der Garten ein, zwei Jahre eingewachsen sein, denn frisch Gepflanztes benötigt zunächst öfter Wasser.

1.

Für Frühaufsteher

Frühaufsteher nutzen idealerweise die Morgenstunden, denn dann können die Pflanzenlieblinge genügend Wasser aufnehmen, bevor die Sonne den Tag erwärmt. Optional gießt man in den frühen Abendstunden, wenn die große Hitze so langsam abnimmt.

2.

Nah dran

Ob Blühpfanzen oder geliebter Salat – gegossen wird immer so nah am Erdreich wie möglich. So kommt am meisten Wasser an der Basis und damit direkt über den Wurzeln an. Sehr gut gelingt dies mit einem Gießstab. 

3.

Mehr ist mehr

Dann heißt es, richtig viel Wasser zu geben. Dieser Tipp soll nicht zum Verschwenden anregen, sondern hat seine Gründe, wie man mit dem folgenden Trick gleich erkennt. Einfach mal ein leeres Wasserglas ins Beet stellen und etwa einen Quadratmeter wie üblich gießen. Was dabei ins Wasserglas gelangt, entspricht der Menge, die an dieser Stelle im Erdreich versickert. Beispiel: Stehen 2 Millimeter Wasser im Glas, entspricht das 2 Litern Wasser. 

Mit vergleichsweise kleinen, aber täglichen Wassergaben werden die tieferen Wurzeln der Gartenschätze nicht erreicht. Zudem werden die Pflanzen viel zu faul, um tiefere Wurzeln auszubilden, obwohl sie das unter optimalen Bedingungen machen würden. Der Effekt: Sie sind ständig durstig. 

4.

Die richtige Menge

Daher ist es besser, viel auf einmal zu gießen, etwa 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter im Blumenbeet, sagt Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim. Im Gemüsebeet würden auf gleicher Fläche 3 Liter für die meisten Pflanzen ausreichen. So dringt das Wasser 3, respektive 10 bis 20 Zentimeter tief in die Erde ein. Im Idealfall wird dann selbst im Hochsommer nicht mehr jeden Tag gegossen. An nicht tropisch-heißen Tagen und mit gut aufbereitetem Boden reicht es vielleicht sogar nur einmal die Woche. Ausnahmen wie Salat oder Radieschen bestätigen die Regel. Sie benötigen regelmäßig Wasser.

Um zu wissen, wie lange du brauchst, um 10 Liter auf dem Beet zu verteilen, hilft es, mal die Zeit zu stoppen, die man benötigt, um eine große Gießkanne zu füllen. Und noch ein Profitipp von Scheu-Helgert: samstags oder sonntags vor dem Frühstück einen Gießdurchgang machen und nach der leckeren Morgenmahlzeit die zweite Ladung Wasser geben sei optimal. 

Die Sache mit dem Rasen

Nach jeder Menge Arbeit sieht ein gepflegter Rasen toll aus. Ideal also, um Kinder im eigenen Garten unbesorgt spielen zu lassen. Wenn er im satten Grün erstrahlen soll, braucht der Rasen allerdings jede Menge Wasser. Eine Faustregel besagt, dass er auf eher lockerem Boden alle 3 bis 4 Tage 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigt. Auf festem, lehmig-tonhaltigem Untergrund immerhin noch 15 bis 20 Liter mindestens einmal die Woche. 

Zum Rasen noch folgende Tipps:

 

  • Nicht zu kurz mähen. 5 bis 6 Zentimeter sind im Hochsommer optimal.
  • Ist der Boden nicht allzu sandig, lohnt sich ein Mulchmäher. Dieser gibt Nährstoffe zurück und verhindert starke Austrocknung. Nachteil: Man muss öfter mähen, weil der gemulchte Schnitt nicht zu lang sein sollte.
  • Alternativ gibt es neue, trockenheitsverträgliche Rasensorten. Aus seren Samen keimen eher ungewohnt breitere Grashalme.

An alle Gartenfans zum Schluss: Viel Glück, gutes Gelingen und ganz viel Spaß im eigenen Garten!


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