Mach dein Fahrrad winterfest Leben

8 min Lesezeit

Carolina Karlsson • November 2020

Sicher durch Dunkelheit, Schnee und Kälte

Während die Temperaturen auf dem Thermometer immer weiter sinken und die Dunkelheit am Tag wieder früher hereinbricht, machen wir es uns am liebsten in den eigenen vier Wänden gemütlich. Allerdings gibt es dann auch die Tage, an denen wir das Haus für den Einkauf oder für den Arbeitsweg verlassen müssen.

Statt sich in die vollgestopfte Straßenbahn zu quetschen oder auf den überfüllten Straßen mit dem Auto im Stau zu stehen, trotzen wir jedem Wetter und schwingen uns aufs Fahrrad. Das ist nicht nur äußerst nachhaltig, sondern freut auch die eigene Fitness. Wäre da nur nicht die rutschige Fahrbahn!  Während man beim PKW ganz selbstverständlich die Winterreifen aufziehen lässt, wird das Fahrrad in der Regel kaum winterfest gemacht. Dabei ist eine Inspektion in den eisigen Monaten besonders wichtig, damit man beim Fahren auf den nassen Straßen keine böse Überraschung erlebt. Wir geben dir Tipps, worauf du beim Fahrradfahren im Winter unbedingt achten solltest. Lass dich von den Ideen und Anregungen für deinen Drahtesel in der kalten Jahreszeit inspirieren!

Wann sollte das Fahrrad winterfest gemacht werden?

Um das Fahrrad für den Winter ideal vorzubereiten, bietet sich Mitte November besonders gut an. Zu dieser Zeit fallen die Blätter bereits vermehrt vom Baum und die Fahrbahn ist dementsprechend nass und rutschig. Schiebst du den Wintercheck für deinen Drahtesel weiter nach hinten, kann es im November bereits ziemlich glatt auf den Straßen sein. Grundsätzlich dauert eine Fahrradinspektion sowieso nicht allzu lange, sodass du dafür keinen ganzen Nachmittag opfern musst. Je nach Zustand des Gefährts bist du schätzungsweise in einer Stunde damit durch.

So geht’s: Fahrrad winterfest machen

Radfahrer aufgepasst! Gerade im nassen Herbst und im kalten Winter sollte das Fahrrad ein zusätzliches Pflegeprogramm durchlaufen. Dadurch ist der eigene Drahtesel das ganze Jahr über ein verlässlicher und sicherer Begleiter – auch bei Glätte, Schnee und Eis! Entweder lässt du dein Gefährt vom Fachmann fit für den Winter machen oder die Inspektion erfolgt in Eigenregie. Mit dieser DIY-Liste bist du auf jeden Fall bestens gewappnet, um dein Fahrrad winterfest zu machen.

Das richtige Werkzeug für den Wintercheck am Fahrrad

  • Satz Inbusschlüssel
  • Gabelschlüsselsatz
  • Satz Innensechskantschlüssel
  • Drehmomentschlüssel
  • verschiedene Schlitz- sowie Kreuzschraubenzieher
  • Kombizange mit Schnittfläche

Checkliste: Fahrrad winterfest machen

Licht checken:

Im Herbst und Winter ist es viele Stunden dunkel, daher muss die Beleuchtung am Fahrrad wirklich einwandfrei funktionieren. Ersetze alte Glühbirnen durch moderne LED-Leuchten und statte das Fahrrad zusätzlich mit Reflektoren aus. Ideal ist es, wenn das Rad zudem mit einem Naben- oder Speichen-Dynamo ausgerüstet ist. Dieser produziert bei Nässe und Schnee zuverlässig Energie.

Bremsen prüfen:

Vor allem bei Nässe müssen die Bremsen wirklich gut funktionieren. Denn wir erinnern uns: Bei Matsch und Schnee ist der Bremsweg um ein Vielfaches länger als bei trockener und sauberer Straße. Prüfe daher die Bremsbeläge und tausche abgenutzte Produkte sofort aus. Bremszüge einfetten nicht vergessen!

Fahrradkette reinigen:

Egal ob Streusalz oder Sand – im Winter leidet die Fahrradkette ganz besonders. Regelmäßiges Schmieren von Kettenkranz und Ritzel ist daher Pflichtprogramm. Sehr gut geeignet ist dafür übrigens Kettenöl oder Kettenfließfett.

Schmieren, schmieren, schmieren:

Generell ist in der kalten Jahreszeit aber nicht nur die Fahrradkette zu schmieren, sondern alle beweglichen Teile deines Fahrrads. Dazu zählen logischerweise auch Lenker, Lenkstange, Gepäckträger sowie Klingelhebel.

Gangschaltung testen:

Um einen Sturz möglichst zu vermeiden, muss auch die Schaltung am Fahrrad problemlos funktionieren. Bevor es bei Matsch also auf die Straße geht – Gangschaltung überprüfen. Gerade Kettenschaltungen sollten gut gereinigt und geölt werden. Drahtesel mit einer Nabenschaltung sind dagegen deutlich pflegeleichter.

Blick auf die Schutzbleche werfen:

Schutzbleche sorgen zum einen dafür, dass die Kleidung beim Fahren sauber bleibt und zum anderen verhindern sie, dass übermäßig Schmutz in die Räder kommt. Sicherlich kannst du dir vorstellen, dass im Herbst und Winter der Matsch allgegenwärtig ist und besser nicht an den Rädern hängen bleiben sollte.

Sattel absenken:

Grundsätzlich sollte der Fahrradsattel im Winter etwas niedriger eingestellt werden. Dadurch lässt sich das Rad auf glatten Straßen durch die Beine besser stabilisieren. Tipp: Wird aktuell noch ein Gel-Sattel verwendet, empfehlen wir für die kalten Monate ein anderes Modell. Durch die eisigen Temperaturen kann das Gel im Sattel schnell sehr hart und somit unbequem werden.

Luftdruck in den Reifen optimieren:

Für ein sicheres Fortbewegen im Winter sollten die Reifen noch über genügend Profil verfügen und optimal mit Luft gefüllt sein. Der Luftdruck kann in der kalten Jahreszeit ruhig auf das Minimum gesenkt werden. Dadurch ist die Traktion des Reifens auf Schnee deutlich besser. Tatsächlich lassen sich fürs Fahrrad aber auch spezielle Winterreifen verwenden, die für ausreichend Grip sorgen.

Fahrradschloss:

Nicht selten kommt es vor, dass das Fahrradschloss im Winter zugefroren ist und sich weder auf- noch abschließen lässt. Das ist nicht nur ziemlich ärgerlich, sondern ebenso gefährlich, da das abgestellte Zweirad nicht mehr ausreichend vor einem Diebstahl geschützt ist. Um gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen, kannst du das Schloss mit Teflon-Spray einsprühen.

Fahrradfahren im Winter – was ist wichtig?

In der kalten Jahreszeit sollten beim Fahrradfahren tatsächlich mehr Dinge beachtet werden als im Sommer. So ist nicht nur am Gefährt selbst ein Wintercheck wichtig, auch die Mobilität sowie das Bedienen des Fahrrads erfordern eine besondere Vorsicht.

  • Tipp 1: Bevor ein Sturz auf spiegelglatter Fahrbahn riskiert wird, im Zweifelsfall lieber vom Fahrrad absteigen und schieben.
  • Tipp 2: Ein Fahrradhelm ist nicht nur im Winter das A und O, wenn es mit dem Rad auf die Straße geht. Er schützt vor Verletzungen und durch die häufig angebrachten Reflektoren bist du besser sichtbar.
  • Tipp 3: Bedenke, dass der Bremsweg auf nasser Fahrbahn deutlich länger ist. Also stets vorausschauend fahren und immer beide Bremsen gleichzeitig betätigen.
  • Tipp 4: Abstand halten gilt auch auf dem Fahrrad – und zwar zu Autos, Fußgängern sowie anderen Radfahrern. Sollte zudem der Radweg nicht geräumt sein, weiche vorsichtig auf die Auto-Fahrbahn aus.
  • Tipp 5: Ein abruptes Lenken ist ebenso zu vermeiden, wie das Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit. Aufgrund der Wetterverhältnisse kann man sonst oftmals nicht rechtzeitig reagieren.

Und hast du dein Fahrrad auch schon fit für den Winter gemacht? Wir wünschen dir eine gute und sichere Fahrt – egal bei welchem Wetter!


Carolina Karlsson

Geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, ist Carolina Karlsson freiberufliche Online-Redakteurin und Bloggerin. Neben ihrer Leidenschaft für den skandinavischen Stil widmet sie sich unter anderem auch kleinen Upcycling-Projekten sowie Themen rund um einen bewussteren Lebensstil.


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